Einleitung zum DLZ-Ausbildungspaket “Berufsbetreuung”

Eine gesetzliche vorgeschriebene Ausbildung zum Berufsbetreuer/zur Berufsbetreuerin gibt es nicht.

Zum Betreuer bestellt das Betreuungsgericht eine natürliche Person, die geeignet ist, in dem gerichtlich bestimmten Aufgabenkreis die Angelegenheiten des Betreuten rechtlich zu besorgen und ihn in dem hierfür erforderlichen Umfang persönlich zu betreuen. (BGB § 1897 Abs.1 Bestellung einer natürlichen Person)

Das bedeutet: Zum Betreuer/zur Betreuerin können Personen mit entsprechendem Studium (z.B. Sozialpädagogik, Soziale Arbeit, Medizin, Jura) oder auch mit einer Ausbildung (Ingenieurwesen, Bürokaufmann, Krankenschwester, Handwerksberufen o.ä.) bestellt werden. Aber auch Personen, die über keine Ausbildung verfügen, steht der Weg zur Übernahme einer gesetzlichen Betreuung offen. Als geeignet gilt, wer aufgrund seiner Lebens- und Berufserfahrung kranke und behinderte Menschen betreuen möchte und kann. So die derzeitige gesetzliche Regelung.

Unserer Meinung nach genügt es jedoch nicht, alleine auf Lebens- und Berufserfahrungen, unabhängig der Ausbildung, zurückzugreifen. Die vielfältigen Anforderungen an einen gesetzlichen Betreuer/eine gesetzliche Betreuerin (z.B. Krankheitsbilder, Sozialgesetzbücher) erfordern ein spezielles Wissen in all den zum Tragen kommenden Bereichen. In zunehmendem Maße verlangen die Betreuungsbehörden von den Bewerbern Kenntnisse in der Medizin, den psychiatrischen Krankheitsbildern, Grundkenntnisse der Pharmakologie und den betreffenden juristischen Bereichen. Die Vorlage von Fortbildungsnachweisen wird verstärkt verlangt, gleich welchen Berufsabschluss der Bewerber/die Bewerberin vorweisen kann.
Da Berufsbetreuer wegen Versäumnissen auch vermehrt in Haftung genommen werden, ist eine umfangreiche Ausbildung existentiell unerlässlich.

Mit unserem Ausbildungspaket “Berufsbetreuung” wollen wir genau dies erreichen. Neben der Vermittlung von Wissen (wie nachstehend beschrieben) geht es uns auch um die Fähigkeiten, sich Wissen anzueignen. Es ist wichtig und notwendig, gegenüber Behörden, Kliniken, Altenheimen und anderen Institutionen selbstbewusst aufzutreten. Nur mit dem entsprechenden Wissen kann die Betreuung zur Zufriedenheit des/der Betreuten durchgeführt werden! Unser Ausbildungspaket richtet sich daher nicht nur an “Berufsanfänger” sondern dient auch als Fortbildungsmaßnahme für bereits in der Berufsbetreuung tätige Personen.

1. Ausbildungsziel und Anforderungen

Ausbildungsziel

Ziel der Ausbildung ist es, Interessierten am Berufsfeld der gesetzlichen Betreuung Fachkenntnisse und die Befähigung zum Führen von gesetzlichen Betreuungen zu vermitteln

Anforderungen

Die Ausbildung besteht aus sechs Arbeitsbüchern. Diese sind einseitig mit Inhalt bedruckt. Die zweite Seite bietet jeweils ausreichend Platz, um sich an entsprechender Stelle ausreichend Notizen machen zu können. Die Bearbeitung eines Lehrheftes ist auf einen Monat angelegt. Jedes Arbeitsbuch beinhaltet mehrere Aufgaben. Die Bearbeitung der Aufgaben dient der Wissensvermittlung sowie der Wissensfundierung. Die Aufgaben sind thematisch den jeweiligen Lektionen angepasst und in den Text integriert. Die Lösungen der Aufgaben befinden sich jeweils am Ende eines Arbeitsbuches. Die Aufgaben bestehen aus offenen Fragen, Transferaufgaben, Recherchen sowie Wiederholungsaufgaben. Die geplante Ausbildungszeit beträgt somit sechs Monate und kann unter- bzw. überschritten werden.

2. Zielgruppe

Zielgruppe der Ausbildung sind ohne Einschränkungen alle am Berufsfeld der gesetzlichen Betreuung interessierte Personen. Vorerfahrungen in verschiedenen Bereichen (z.B. im Gesundheitswesen) sind sinnvoll, aber nicht notwendig. Dies entspricht den Vorgaben nach §1897 BGB. Dort heißt es: Zum Betreuer bestellt das Betreuungsgericht eine natürliche Person, die geeignet ist, in dem gerichtlich bestimmten Aufgabenkreis die Angelegenheiten des Betreuten rechtlich zu besorgen und ihn in dem hierfür erforderlichen Umfang persönlich zu betreuen. Eine technische Ausstattung ist nicht notwendig, PC sowie Internetzugang erleichtern jedoch die Recherche sowie die Bearbeitung der Aufgaben.

Um den Auszubildenden den praktischen Umgang mit den Arbeitsbüchern zu erleichtern, erhalten diese auf Wunsch eine Links- bzw. Rechtshändersausgabe des gesamten Lehrmaterials.

3. Didaktischer Ansatz

Methoden

Die Arbeitsbücher sind als autodidaktisches Lehrmaterial ausgelegt. Es beinhaltet das Lesen und Bearbeiten der zur Verfügung gestellten Literatur unter Berücksichtigung relevanter Primärliteratur.
Grobziele der Ausbildung sind die für eine Betreuung wichtigsten Aufgabenkreise. Diese teilen sich auf die sechs Arbeitsbücher auf. Die Ziele der einzelnen Arbeitsbücher sind im jeweiligen Vorwort zusammengefasst und benannt.

Der didaktische Ansatz beinhaltet eine Mischung aus anwendungs- und handlungsorientierten Elementen. Aufgrund der notwendigen Vermittlung eines umfassenden Basiswissens aus den Bereichen Recht, Medizin und Betriebswirtschaft, steht die anwendungsorientierte Wissensvermittlung im Zentrum. Die angeführten Beispiele und Aufgaben zielen während der Selbstlernphase auf die Veranschaulichung von berufsspezifischen Situationen ab. Die Lernenden sollen die Fähigkeit erlangen, selbstständig und zielorientiert anhand der gestellten Aufgaben eine angemessene Vorgehensweise zu entwickeln. Aufgrund der nicht vorhandenen Präsenzphasen ist die hundertprozentige Umsetzung eines handlungsorientierten Ansatzes nicht gegeben. Das Mentoring (optional) durch die Autoren bietet die beste Möglichkeit eines handlungsorientierten Ansatzes. Dieser kann, nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung und der anschließenden Hospitation (optional) zum Tragen kommen. Die Lernenden werden dort mit berufsspezifischen Situationen konfrontiert.

4. Umsetzung des didaktischen Ansatzes

Zeitraster

Die genauen zeitlichen Komponenten sind bereits unter dem Punkt “Anforderungen” aufgeführt. Bei dieser Ausbildung bildet die Methode der klassischen Selbstlernphasen den Schwerpunkt.

Grobziele

Grobziele sind der Wissenszuwachs in den wichtigsten Aufgabenkreisen, die in den einzelnen Arbeitsbüchern benannt sind, sowie Kenntnisse im Umgang mit anderen Institutionen und Handlungssicherheit in der Organisation eines Berufsalltags. Die Arbeitsbücher gliedern sich thematisch in folgende Bereiche:

  • Arbeitsbuch 1: Einführung in die gesetzliche Betreuung
  • Arbeitsbuch 2: Vermögenssorge
  • Arbeitsbuch 3: Gesundheitssorge
  • Arbeitsbuch 4: Zwangsmaßnahmen
  • Arbeitsbuch 5: Wohnungsangelegenheiten und Sozialgesetzbücher
  • Arbeitsbuch 6: Kommunikation und Organisation

Feinziele

Die Feinziele sind tabellarisch zusammengefasst und als Anlage beigefügt. Nach intensivem Studium und konsequenter Bearbeitung der Aufgaben hat der Auszubildende/die Auszubildende alle Feinziele erreicht. Er/Sie ist jetzt in der Lage, professionell die Aufgaben eines Berufsbetreuers/einer Berufbetreuerin wahrzunehmen.

5. Betreuung

Unterstützungsmaßnahmen (Optional)

Das Mentoring ermöglicht den Auszubildenden, Fragen rund um das Betreuungsrecht zu stellen. Die vier Autoren und Mentoren sind schriftlich (per E-mail, Fax, Post) sowie telefonisch zu erreichen. Schriftliche Anfragen werden wochentags innerhalb von 24 Stunden beantwortet. Anfragen, die am Wochenende eingehen, werden ab montags innerhalb von 24 Stunden beantwortet.

6. Evaluation

Jedem Arbeitsbuch ist ein doppelseitiger Fragebogen beigelegt. Dieser sollte von den Auszubildenden ausgefüllt und zusammen mit den Antworten eingesandt werden. Die Antworten werden anonym behandelt. Die Umsetzung der Auswertung dient der Qualitätssicherung der Arbeitsbücher.

Die sechs Arbeitsbücher zum Selbststudium

Die insgesamt sechs Arbeitsbücher sind einseitig mit Inhalt bedruckt. Die zweite Seite bietet jeweils ausreichend Platz, um sich an entsprechender Stelle individuelle Notizen machen zu können. Die Standartausgaben sind als Rechtshänderausgaben vorgesehen - auf Wunsch können Sie jedoch (ohne Mehrkosten) eine Linkshänderausgabe der gesamten Lehrmaterialien erhalten.

Die Bearbeitung eines Arbeitsbuches ist auf einen Monat angelegt. Jedes Arbeitsbuch beinhaltet mehrere Aufgaben. Die Bearbeitung der Aufgaben dient der Wissensvermittlung sowie der Wissensfundierung. Die Aufgaben sind thematisch den jeweiligen Lektionen angepasst und in den Text integriert. Die Lösungen der Aufgaben befinden sich jeweils am Ende eines Arbeitsbuches. Die Aufgaben bestehen aus offenen Fragen, Transferaufgaben, Recherchen sowie Wiederholungsaufgaben. Die geplante Ausbildungszeit beträgt somit sechs Monate und kann unter- bzw. überschritten werden.

Die Arbeitsbücher kosten 400,00 EUR zzgl. MWST und können hier [190 KB] bestellt werden.

Die sechs Arbeitsbücher sind nur als Gesamtpaket und nicht einzeln erhältlich!

Aufbau und Gliederung der Arbeitsbücher

In der unten abgebildeten Tabelle sind die Inhalte der Arbeitsbücher aufgegliedert dargestellt und die jeweiligen Lernziele pro Arbeitsbuch definiert. Das Ziel der Arbeitsbücher ist es den Kursteilnehmer sowohl die juristischen Grundlagen, als auch praxisnahes Wissen zu vermitteln. Damit einher geht die Auseinandersetzung mit der Berufsethik, die im Umgang mit kranken und behinderten Menschen unerlässlich ist.

Die juristische Grundlage bildet das Betreuungsrecht, welches im Wesentlichen auf dem Bürgerlichen Gesetzbuch, dem Familiengesetz und der Sozialgesetzgebung basiert.
Aufgrund der langjährigen Tätigkeit der Autoren als selbstständige gesetzliche Betreuer kann das notwendige Fachwissen praxisnah und leicht nachvollziehbar dargestellt werden.

Im ersten Arbeitsbuch steht zunächst die Einführung in die rechtliche Betreuung im Vordergrund. Das Berufsbild und das Anforderungsprofil für einen Berufsbetreuer bilden dabei ebenso einen wichtigen Bestandteil des Bandes.
Bei den Bänden zwei bis fünf sind jeweils die wichtigsten Aufgabengebiete (Aufgabenkreise) einer gesetzlichen Betreuung das Thema der Arbeitsbücher. Die beiden wesentlichen Inhalte des letzten Arbeitsbuches befassen sich mit der Kommunikation zu den verschiedensten Institutionen und den betriebswirtschaftliche Aspekten, wie der Organisationsentwicklung und dem dazugehörigen Qualitätsmanagement.

Die Autoren sind seit vielen Jahren auch im Berufsverband aktiv. Somit stehen sie nicht nur regelmäßig in Kontakt mit der Verbandsspitze, sondern befinden sich im ständigen bundesweiten Austausch mit Berufskollegen. Somit ist garantiert, dass das vermittelte Fachwissen bundesweit seine Gültigkeit hat.

  • Buch 1 - Einführung und Grundlagen der rechtlichen Betreuung
  • Buch 2 - Aufgabenkreis Vermögenssorge
  • Buch 3 - Aufgabenkreis Gesundheitssorge
  • Buch 4 - Zwangsmaßnahmen
  • Buch 5 - Aufgabenkreis Wohnungsangelegenheiten
  • Buch 6 - Kommunikation mit Klienten, Kliniken, Banken und Ärzten

Leseproben

Von der Vormundschaft zur rechtlichen Betreuung

Obwohl das in seiner heutigen Form bestehende Betreuungsgesetz bereits am 1. Januar 1992 in Kraft getreten ist, herrscht noch immer große Unwissenheit über die Betreuung an sich sowie über die Aufgaben eines Betreuers. Bekannter scheint noch immer das Vormundschaftswesen zu sein. Um sich klar davon abzugrenzen und die Aufgaben eines Betreuers treffender zu beschreiben, wären Bezeichnungen wie “rechtlicher Vertreter” oder “gesetzlicher Vertreter” möglicherweise passender. Damit wäre das Tätigkeitsfeld besser beschrieben, denn diese Bezeichnungen drücken das aus, was ein Betreuer tatsächlich macht: Er vertritt seinen Klienten und verhilft ihm - sowohl gerichtlich als auch außergerichtlich - zu seinem Recht.

Begriffe wie “Vormund”,”Bevormundung”, “Geschäftsunfähigkeit” und “Entmündigung” sind in der heutigen Gesellschaft jedoch noch immer vorherrschend und die Angst davor, einen Betreuer zugewiesen zu bekommen, ist groß. Auf Betreuungen und Betreuer wird häufig mit viel Argwohn und Skepsis reagiert. Der Grund dafür liegt in dem alten Vormundschaftswesen, das in der unten stehende Tabelle die heutige Betreuung der früheren Vormundschaft gegenüber stellt. Der Vergleich zeigt, dass alle Veränderungen im Sinne des Betreuten sind und diesem zum Vorteil gereichen. 

 

Vormundschaft

Betreuung

Betroffener hat Mitspracherecht bei der Auswahl des Vormunds/Betreuers
 

nein

ja

Überprüfung durch das Gericht
 

Nein (Bestimmung auf Lebenszeit)

Ja (Überprüfung nach max. 7 Jahren)

Zuständigkeit
 

Für alle Belange

situativ; nur für ausgewählte Aufgabenkreise

Einschränkung der Geschäftsfähigkeit

nein

nein; Ausnahme: Einwilligungsvorbehalt (siehe Lehrheft 2)

Entmündigung
 

ja
 

nein
 

Recht auf richterliche Anhörung
 

ja
 

ja
 

Ausführende

hauptsächlich Familienangehörige, Anwälte u. Amtsvormünder

prinzipiell jede geeignete Person
 

Etymologisch geht der Begriff “Vormund” auf das althochdeutsche “munt” zurück, was “Schirm” oder “Schutz” bedeutet. Ein Vormund nimmt in rechtlichen Angelegenheiten stellvertretend für ein “Mündel” dessen Rechte wahr.

Bis zur Betreuungsrechtsreform von 1992 standen - unabhängig ihres Alters - alle unmündigen Personen unter der Fürsorge eines Vormundes. Dies änderte sich mit der Einführung des Betreuungsrechts. Aus den damaligen Vormündern wurden die heutigen Betreuer und das ehemalige Vormundschaftsgericht wurde zum Betreuungsgericht.

Seit 1992 vertritt ein gesetzlicher Vormund ausschließlich Personen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Personen hingegen, die das
18. Lebensjahr vollendet haben, bekommen, nach Feststellen der Erforderlichkeit durch das Gericht, einen Betreuer zugewiesen. Dieser fungiert als rechtlicher Vertreter seines Klienten.

Entmündigungen waren starke Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte des einzelnen Menschen. Diese Eingriffe hatten entweder die volle Geschäftsunfähigkeit oder zumindest eine sehr eingeschränkte Geschäftsfähigkeit zur Folge. Entmündigt wurden z.B. Personen, die als “gesisteskrank, “geistig und / oder körperlich behindert”, “suchtkrank”” o.Ä. galten. Der Wille des Vormunds hatte dabei immer Vorrang vor dem Willen des Mündels. Die heute noch bestehende Angst vor einer Entmündigung entstand dadurch, dass Vormünder den Willen ihres Mündels nicht beachten mussten und somit gegen deren Willen handeln konnten.

Zwar hatte der Betroffene damals auch schon ein Recht auf eine richterliche Anhörung, doch war eine Vormundschaft erst einmal beschlossen, galt sie auf Lebenszeit. Eine periodische Überprüfung der Notwendigkeit einer Vormundschaft fand dann nicht mehr statt. Diese wurde erst 1992 mit dem neuen Betreuungsgesetz eingeführt.

Aufgabe:

Benennen Sie die Zuständigkeitsbereiche eines Vormunds / Betreuers vor und nach 1992.

Kommunikation mit dem Klienten

Eine der elementarsten Eigenschaften über die ein Betreuer verfügen muss, um eine funktionierende Beziehung zu seinen Klienten aufbauen zu können, ist die Kommunikation. Sie dient zum einen dem Austausch oder der Übertragung von Informationen, zum anderen ist Kommunikation eine Sozialhandlung, die im täglichen Kontext im zwischenmenschlichen Miteinander stattfindet. Einem sozialen Wesen ist es quasi nicht möglich, nicht zu kommunizieren. 

Jede Handlung in Anwesenheit eines anderen ist Kommunikation.

Die Kommunikationstheorie nach Habermas als eine €Å¾Theorie des kommunikativen Handelns geht dabei von folgenden Grundlagen aus, die gegeben sein müssen:

  • Verständlichkeit
  • objektive Wahrheit
  • normative Richtigkeit
  • subjektive Wahrhaftigkeit

 

Verständlichkeit bedeutet in diesem Kontext nicht nur, dass der Klient die gleiche Sprache sprechen sollte, sondern auch dass der Betreuer milieubedingte Sprache verstehen sollte. Des Weiteren wird hier auch eine Krankheitsbedingte Sprachschwierigkeit gemeint. Ein Klient nach einem Schlaganfall ist mitunter sehr schwer zu verstehen.

Eine objektive Wahrheit ist die Wahrheit die allgemeingültig ist. Der Betreuer sollte versuchen zu seinem Betreuten ein solches Vertrauensverhältnis aufzubauen, dass er davon ausgehen kann das die kommunizierten Informationen auch den Tatsachen entsprechen. Ein solches Vertrauensverhältnis kann nur durch die Vermittlung von Sicherheit, Offenheit und Stabilität durch den Betreuer erreicht werden.

Unterscheiden muss man allerdings hierbei die subjektive Wahrheit. Der Betreuer muss erkennen können ob der Betreute in der Lage ist die Dinge so zu schildern, wie sie tatsächlich auch sind. Jeder Mensch sieht die Dinge durch seine eigene Subjektivität unterschiedlich, dies gilt insbesondere auch für psychisch kranke Menschen ohne dass man von einer Lüge sprechen muss.

Für betreuende, beratende oder helfende Personen bildet Kommunikation die Grundlage ihres Handelns. Wichtig dabei ist, dass die Kommunikationsstrukturen von der  “leistenden” Person, also dem Betreuer, aufgestellt bzw. vorgeben werden sollten. Die Einhaltung dieser Strukturen kann eine Herausforderung sein und stellt häufig eine schwierige aber notwendige Aufgabe der “leistenden” Person dar. Der Betreuer sollte bestimmen wie, wann aber auch über welche Medien (Telefon, Fax, etc.) die Kommunikation stattfinden sollte. Es ist auch seine Aufgabe diese selbst einzuhalten.

Über eine reibungslose bzw. für beide Parteien gleich verständliche und eindeutige Kommunikation ist es möglich den tatsächlichen Wille des Betreuten zu ermitteln und dementsprechend zu handeln.

 

Aufgabenbeschreibung gegenüber dem Klienten

Die Aufgaben eines gesetzlichen Betreuers werden von den Richtern bestimmt und definieren sich über die Aufgabenkreise. Das Problem dabei ist: Sie werden nur abstrakt beschrieben (z.B.: Vermögenssorge), eine Beschreibung tatsächlicher Tätigkeiten, wie z.B. eine Arbeitsplatzbeschreibung in anderen Berufen, gibt es nicht.

In der Betreuung ergeben sich die tatsächlichen Tätigkeiten aus der Notwendigkeit, der Machbarkeit und der Ausführbarkeit. Hingegen lassen sich allein aus der Übertragung eines Aufgabenkreises nicht sogleich konkrete Arbeitsverpflichtungen ableiten. Tätigkeiten die der Betreuten zum Beispiel noch selber erledigen kann sind nicht von dem Betreuer auszuführen.

 

Rahmenbedingungen

·Die gesetzliche Betreuung ersetzt nicht die dem Klienten zustehende Sozialleistung/-beratung, auf die er ohne Betreuung auch ein Anrecht hätte.

·Der gesetzliche Betreuer stellt die Sozialleistungen/ -beratungen für den Betreuten sicher bzw. setzt diese durch.

·Der gesetzliche Betreuer ist kein erweitertes Kontrollorgan anderer Behörden. Er kann sich auf Standards von Pflegeheimen etc. verlassen. Nur ein konkreter Anfangsverdacht verpflichtet zum Handeln.

·Die Betreuung - und somit alle sich daraus ergebenen Verpflichtungen - werden mit der Aufhebung der Betreuung oder dem Tod des Betreuten beendet.

 

Erstgespräch mit dem Klienten

Das Erstgespräch ist das wichtigste Gespräch mit dem Klienten, sozusagen der Grundstein der weiteren Beziehung. In seinem Verlauf werden “Regeln” für die weitere Zusammenarbeit sowohl vom Betreuer festgelegt als auch mit dem Betreuten gemeinsam erstellt. Da es die spätere Arbeitsgrundlage bildet, sollte es von beiden Seiten her vorbereitet sein. Dazu gehört auch, dem Klienten die Möglichkeit zu geben, sich auf das erste Treffen einstellen zu können. Da der Betreuer mit Beschluss immer die aktuelle Anschrift des Betreuten erhält (in der Regel die private Anschrift, in einzelnen Fällen jedoch auch die einer Klinik), sollte er sich umgehend schriftlich bei dem Betreuten anmelden und diesem einen Termin zu einem Erstgespräch vorschlagen - mit der
Option, diesen absagen zu können, sollte er unpassend sein. So hat der Klient nicht das Gefühl, ihm werde von Beginn an jede Entscheidungsgewalt genommen und er müsse sich entmündigt der Betreuungssituation fügen.

Mentoring

Mentoring ist die Vermittlung von Erfahrungs- und Praxiswissen an (Berufs-) Einsteigerinnen und Einsteiger.
Dem Mentee wird ein persönlicher Mentor zur Seite gestellt. Dieser beantwortet dem Auszubildenden/der Auszubildenden alle Fragen rund um das Betreuungswesen.

Die vier Mentoren sind schriftlich (per E-mail, Fax, Post) sowie telefonisch zu erreichen.
Schriftliche Anfragen werden wochentags innerhalb von 24 Stunden beantwortet. Anfragen, die am Wochenende eingehen, werden ab montags innerhalb von 24 Stunden beantwortet.

Die Telefonberatung erfolgt einmal wöchentlich zu individuell vereinbarten Terminen.

Das Mentoring kostet: für 6 Monate 300,00 EUR zzgl. MWST für 3 Monate 200,00 EUR zzgl. MWST

Hospitation

Die Hospitation erfolgt in einem unserer vier Betreuungsbüros.
Durch die Hospitation erhält der angehende Betreuer/ die angehende Betreuerin einen Einblick in die berufliche Praxis und den Berufsalltag eines Berufsbetreuers. In dieser Phase erhält der Hospitant umfangreichen Einblick in die Organisation eines professionellen Betreuungsbüros.
Diese praktischen Erfahrungen sind für den Aufbau eines eigenen Betreuungsbüros unverzichtbar.

Die Hospitation kann tageweise oder mehrtägig zu je fünf Stunden pro Tag erfolgen.

Der Tagessatz beträgt 100,00 EUR zzgl. MWST

 

Ausbildungspaket

Berufsbetreuung

Das Innovative Praxiskonzept

Bis vor kurzem befand sich unser Studium im Zertifizierungsprozess der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU).

Dieser Prozess ist jetzt mit dem Ergebnis abgeschlossen, dass die DLZ GmbH kein Fernstudium, sondern ein praxisorientiertes Selbststudium anbieten wird. Dieses erfolgt in Form von sechs Arbeitsbüchern, die separat oder als Bestandteil eines Ausbildungspaketes erworben werden können.

Anliegen der DLZ GmbH ist es ganz ausdrücklich nicht, juristische Grundkenntnisse im Bereich des Betreuungsrechts zu vertiefen oder diese dezidiert zu vermitteln. Wir möchten explizit allen interessierten Personen einen praxisorientierten Einblick in die Arbeitsbereiche aus dem Berufsfeld der gesetzlichen Betreuung bieten. Das neue Ausbildungspaket gewährleistet ein noch praxisorientierteres Angebot, denn die Kombination aus Theorie und Praxis komplettiert das umfassende Ausbildungskonzept. Unser Bestreben, eine praxisnahe Ausbildung anzubieten, die befähigt, den Beruf des gesetzlichen Betreuers bzw. der gesetzlichen Betreuerin auszuführen, wird dadurch ermöglicht. Richtungweisend war und ist für uns der Leitspruch:

„Aus der Praxis - für die Praxis“


Stellen Sie sich Ihr eigenes Paket zusammen

Modul 1: Sechs Arbeitsbücher zum Selbststudium
Das geplante Fernstudium wird nun als Eigenstudium mit Lösungen zur Selbstkontrolle stattfinden. Das Einsenden von Aufgaben ist nicht mehr notwendig.
(Die 6 Arbeitsbücher zum Preis von 400,- EUR) [190 KB]

Modul 2: Mentoring
Während der Mentoring-Phase können Sie innerhalb der ersten Monate nach Vertragsabschluss die Autoren wöchentlich telefonisch oder schriftlich für alle Fragen rund um das Betreuungswesen kontaktieren.
(3 Monate 200,- EUR oder 6 Monate für 300,- EUR) [191 KB]

Modul 3: Hospitation
Sie erhalten die Möglichkeit, in einem oder mehrerer unserer vier Betreuungsbüros hospitieren zu können.
(Tagessatz 100,- EUR) [191 KB]

Modul 4: Seminare
Wählen Sie ein Seminar aus unserem Angebot zur Vertiefung aus.
(Tagesseminar 150 ,- EUR) [191 KB]

Rabatt:
Buchung von einem Modul = 0 %
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Alle Preise zuzüglich der gesetzlichen Mehrwehrtsteuer

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